Warum Musik...
Die Musik hat mich schon immer begeistert und ich fing schon in meiner Kindheit an zu performen und zu unterhalten. Mit acht Jahren lernte ich Saxophon, mit zwölf entdeckte ich die Gitarre, die mich nie mehr los lies. Von Anfang an war ich begeistert. Nicht nur weil, es an dem Instrument selbst unendlich viel zu entdecken gab, sondern vor allem auch, weil ich dazu singen konnte. Mit solch einer Begeisterung lernt man schnell. Sofort fing ich an zu covern und bald auch selber Songs zu schreiben. Ich hatte Feuer gefangen und mir war klar, ich würde die Musik nicht mehr hergeben. Oder sie mich? Ich bekam Anerkennung und Bestätigung für das, was ich da tat und das fühlte sich gut an. Aber es ging mir von Anfang an mehr um die Faszination für das Phänomen Musik an sich: Wie sie funktioniert, was sie kann und warum, wie sie uns verbindet, wie sie uns bewegt, im Kopf, im Körper und im Herzen, was sie uns lehrt, vielleicht sogar über das Leben an sich...
Ich wurde älter, verbrachte viel Zeit im englischsprachigen Ausland, nahm ein paar Jahre Gesangsunterricht, zog nach Berlin und ließ mich treiben. Ich probierte mich im Studium der Psychologie, der Philosophie und der englischen Sprache. Nichts hielt diesem Treiben so sehr stand wie die Musik. Die Musik blieb.
Nun man kann nicht ewig Kind sein (vor allem, wenn es dann auch ein eigenes zu ernähren gilt) und so mußte ich Geld verdienen. Mit Musik? Ich hatte mich schon an Bands und Projekten ausprobiert, aber nicht mit dem direkten Ziel davon zu leben. Straßenmusik? Zu meiner Überraschung ging das erstaunlich gut. Und da ich (2010 mit 24 Jahren) außer Musik nichts anderem derart meine Lebenszeit widmen wollte, wurde auf diese Weise Musik mein Beruf, meine Profession. Die Straßenmusik ist eine intensive und harte Schule, wenn man davon lebt, die objektive Wertung der erbrachten Leistung und Qualität, die Menge des Kleingelds am Ende des Tages. Bald bekam ich Aufträge auf Hochzeiten, Geburtstagen, Firmenfesten oder sonstigen Veranstaltungen zu spielen und Anfragen wegen Unterrichts. Das Unterrichten wurde schnell zu einer Leidenschaft für mich. Diese Begeisterung für Musik in meinen Schüler:innen entdecken, teilen, begleiten oder sogar entfachen zu können, empfinde ich als sehr erfüllend. Straßenmusik mache ich mittlerweile nur noch zum Spaß und für die Routine. Gerne auch als Lehrstunde für mutige Schüler:innen. Veranstaltungen bespiele und organisiere ich noch immer. Eigene Projekte kommen und gehen.
Seit 2018 unterrichte und musiziere ich in Bremen.